Körperarbeit

Körper – den Körper wahrnehmen und bewohnen

Bewegung – in Bewegung bringen

Tanz – Bewegung in Fluss bringen

Therapie – Erkenntnisse erlangen

Geschichte

Der Tanz/die Bewegung ist eines der ältesten therapeutischen und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten der Menschheit. Alte archaische Kulturen, wie zum Beispiel jene bei den Naturvölkern, machen sich die Kraft der Bewegung und des Ausdruckes über Rhythmus und Rituale zu Nutze.

Die moderne Tanz-/Bewegungstherapie bezieht das Wissen von Tanz und Bewegung als heilkräftiges Medium mit ein und passt sich an die moderne westliche Zivilisation an.

Sie ist geprägt durch den Ausdruckstanz in Deutschland der zwanziger Jahre und dem Modern Dance in den USA. Pionierinnen waren unter anderem Loie Fuller, Isadora Duncan, Grete Wiesenthal, Mary Wigman, Martha Graham, Doris Humphrey, Anita Berber, Gret Palucca, Rosalia Chladek oder Josephine Baker. Lilian Espenak, Marian Chace, Mary Whitehouse oder Trudi Schoop haben die Tanztherapie massgeblich geprägt.

Die heutige Tanz-/Bewegungstherapie enthält tiefenpsychologisches Gedankengut, körpertherapeutische Ansätze, kunsttherapeutische Methoden sowie humanistische Psychologie und ist aktionsorientiert. Sie wird zu den kreativen, künstlerischen und körpertherapeutischen Verfahren zugeordnet. Als Methode gehört sie zur Integrativen Therapie.

Im Artikel von Sabine C. Koch und Marianne Eberhard-Kaechele (2015) „Wirkfaktoren der Tanz- und Bewegungstherapie – Replik auf Tschacher, Munt und Storch“ ist erwähnt:
„Tanztherapie ist also nicht nur psychotherapeutisch, sondern auch funktionell (wie z.B. in der Neurologie) oder künstlerisch-therapeutisch/ medizinisch (wie z.B. in der onkologischen Rehabilitation; vgl. Goodill et al. 2013) einsetzbar.“


Schweiz – Deutschland – Europa – USA

Seit etwa sechzig Jahren wird Tanztherapie als eine Therapieform in den USA praktiziert und wurde in den 1980er Jahren akademisiert.

In Europa zeigt sich ein unheitliches Bild. In England, Spanien und Holland ist die Tanztherapie ebenfalls an den Universitäten etabliert; in Deutschland seit 2012 an der Hochschule Heidelberg. In den anderen Ländern werden Tanztherapeuten durch private Institutionen ausgebildet.

Dementsprechend sind die Definitionen und Unterscheidungen zwischen Tanztherapie und Bewegungstherapie verschieden.


Einzelsettings – Gruppenangebote – Fachveranstaltungen
Einzelsetting
Einzelsettings
Gruppen
Gruppen
Susanna-Tuppinger-Fachveranstaltung
Fachveranstaltungen

Ressourcenorientierte Tanz- und Bewegungstherapie

Durch die ressourcenorientierte Haltung in der Tanz- und Bewegungstherapie stehen persönliche wie auch zwischenmenschlichen Potenziale, Stärken oder Kraftquellen im Vordergrund. Diese sind für die Bewältigung der Lebensanforderungen wichtig. Gesundheit und Wohlbefinden sind von ihrer Verfügbarkeit und ihrem Einsatz abhängig.


Ziele
  • Sich vertieft mit sich selbst und dem eigenen Körper auseinandersetzen
  • Körperfitness und Körperwohlbefinden verbessern
  • Körperbewusstsein und Körperwahrnehmung fördern
  • Bewegungsrepertoire erweitern
  • Die Körpersprache kennenlernen
  • Körpersignale wahrnehmen und einordnen
  • Ein realistisches Körperbild entwickeln
  • Polaritäten ausgleichen: zum Beispiel Spannung – Entspannung
  • Rhythmisierung / Körperrhythmen wahrnehmen
  • Körperbewusstsein und demzufolge Selbstakzeptanz verbessern
  • Lernen, mit dem Körper sorgfältig umzugehen
  • Entgleiste Körperprozesse harmonisieren

Wirkung
  • Fördert den positiven Zugang zum Körper
  • Fördert Belastbarkeit und Ausgeglichenheit
  • Fördert und sensibilisiert die Sinneswahrnehmung
  • Fördert Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Selbstverantwortung
  • Fördert die Wahrnehmung innerer und äusserer Vorgänge
  • Fördert das individuelle kreative Potential
  • Stärkt die Autonomie und Identität
  • Aktiviert Selbstheilungskräfte
  • Unterstützt persönliche Entwicklungsprozesse
  • Initiiert und festigt Erkenntnis-, Erfahrungs- und Änderungsprozesse
  • Die Lebendigkeit nimmt zu
  • Die Fähigkeit im Hier und Jetzt zu bleiben nimmt zu; eine tiefere/raschere Verarbeitung ist möglich
  • Siehe diverse Studien